Psychosomatik ist keine Einbildung

Für viele ist die Diagnose „psychosomatisch“ ein rotes Tuch. Das ist einerseits verständlich. Denn in der Schulmedizin hört dann oft jede Suche nach weiteren Ursachen auf und für die Psyche gibt es oft lediglich ein paar Antidepressiva, vielleicht noch eine Gesprächstherapie. Psychosomatiker werden häufig in der Medizin nicht ernst genommen, sie werden zwischen Arzt und Psychologe hin und her geschoben. 

 

Vielen Menschen wird außerdem suggeriert, dass sie sich ihre Beschwerden einbilden würden. 

 

Dieser verquere Umgang mit dem Thema Psychosomatik führt leider dazu, dass sowohl die Medizin und Psychologie als auch Betroffene das eigentliche Problem meist verkennen. Denn JEDE Erkrankung hat auch eine seelische Ursache. Das gilt auch und insbesondere für funktionelle hormonelle Störungen. Denn Körper, Geist und Seele sind eine untrennbare Einheit. Psychosomatik steht damit für die (negativen) Auswirkungen der Psyche auf die Zelle (Soma). Das hat mit Einbildung nichts zu tun, sondern damit, dass jeder Gedanke und jedes Gefühl einen bestimmten biochemischen Cocktail nebst bestimmter Nervenimpulse im Körper produzieren. Die Auswirkungen davon bekommt im Körper jede Zelle mit.

 

Während Nährstoffe dafür sorgen, dass Energie überhaupt hergestellt werden kann, sorgt meist erst die Auflösung seelischer Krankheitsursachen dafür, dass Energie auch hergestellt wird und überall dorthin kommt wo sie hin soll.

 

Psychosomatik impliziert auch nicht, dass man psychisch krank im klassischen Sinne ist. Es bedeutet, dass man jedenfalls teilweise nicht gut mit sich im Kontakt ist. Das betrifft Gefühle, die Bedürfnisse des eigenen Körpers und andere Dinge, die man in sein Unterbewusstsein verschoben hat. Dem Körper bleibt irgendwann nichts anderes übrig, als durch Symptome mit uns zu kommunizieren. Jede ganzheitliche Behandlung berücksichtigt dementsprechend auch psychische Faktoren als Ursache für die Entstehung von Symptomen und Krankheit. 

In der Sendung erwähnte Links: 

Ein sehr gutes Buch zu den Auswirkungen von Psychosomatik von Gabor Maté: 

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